Projekte · Custom Tooling
Eine Erweiterung, die Touren direkt im System des Kunden plant.
Im Auftrag eines Logistikbetriebs entwickelt, unter Geheimhaltung. Deshalb ohne Kundennamen, ohne Portal und ohne Aufnahme. Abläufe und Zahlen sind die echten.
Die Aufgabe
Der Kunde plant seine Touren in einem Logistikportal im Browser. Dort fehlte die Reihenfolge.
Das Portal kennt Aufträge und Adressen, aber keine Reihenfolge der Stopps. Die musste außerhalb entstehen, mit Adressen, die dafür ein zweites Mal erfasst wurden.

Wie es entstand
Vor der ersten Zeile Code stand eine Prozessanalyse: Wir haben mit den Disponenten gesprochen und ihre Abläufe aufgenommen, damit die Erweiterung sie abbildet, statt neue vorzugeben. Die Vorgabe des Kunden war einfach: kein Systemwechsel, das Team bleibt in seinen gewohnten Masken, und keine Angabe wird ein zweites Mal eingetippt.
Daraus wurde eine Erweiterung für Chrome, die sich in genau dieses Portal einklinkt: Sie übernimmt Aufträge und Adressen mit einem Klick, plant die Tour über echte Straßendistanzen und schreibt die fertige Reihenfolge zurück. Heute läuft sie im Tagesbetrieb. Die Bauweise kannten wir aus unseren eigenen Erweiterungen im Chrome Web Store, allen voran SEOMURAI mit sieben Werkzeugbereichen und einer Oberfläche in 15 Sprachen.
Erweiterung für Chrome · im Auftrag entwickelt · im Tagesbetrieb
Was wir gebaut haben
- Ein Klick statt Abtippen. Die Erweiterung liest Aufträge und Adressen aus dem System des Kunden. Lieferungen an dieselbe Adresse werden zu einem Stopp zusammengefasst.
- Reihenfolge über echte Straßendistanzen. Mit Zeitfenstern, Vorrangkunden, die zuerst angefahren werden, und einer Entladezeit je Stopp. Das Depot ist Start und Ziel.
- Zurück ins System. Die fertige Reihenfolge wird in das System des Kunden geschrieben. Nichts wird ein zweites Mal erfasst.
- Ausgabe für den Fahrer. Als Karte, Tabelle oder Link aufs Handy, ohne zusätzliche Software. Jede Tour bleibt in der Chronik.
- Unsichere Adressen werden markiert. Die Prüfung läuft vor der Tour, nicht unterwegs. Der Disponent korrigiert, bevor ein Fahrer sucht.
- Betrieb in Deutschland. Server, Adresssuche und Routenberechnung in Deutschland. Lizenzen und Funktionen sind je Standort verwaltbar.
Was es bringt
Zwei Stunden am Tag, je Disponent.
So viel Zeit spart die Erweiterung nach unserer Messung beim Kunden. Die Tour entsteht nicht mehr von Hand; der Disponent prüft das Ergebnis und gibt es frei.
- Vorher. Aufträge und Adressen aus dem Portal ein zweites Mal erfassen, die Reihenfolge von Hand legen, die Tour für den Fahrer abtippen.
- Nachher. Ein Klick übernimmt die Aufträge, die Reihenfolge wird gerechnet, die Tour geht zurück ins System und als Link an den Fahrer.
- Was bleibt. Prüfen und freigeben. Zeitfenster, Vorrangkunden und unsichere Adressen sieht der Disponent vor der Ausgabe.
So entsteht ein Werkzeug im Auftrag
Am Anfang steht keine fertige Lösung, sondern eine Bestandsaufnahme.
Vier Schritte, nach denen wir vorgehen. Beim Planungswerkzeug oben stand am Anfang die Prozessanalyse mit den Disponenten.
- Erstgespräch. Ziele, Engpässe und Rahmen klären, unverbindlich.
- Aufnahme vor Ort. Den ganzen Ablauf mit dem Team durchgehen und messen: Wo entstehen Wartezeiten, doppelte Erfassung und Rückfragen?
- Maßnahmenplan. Hebel nach Aufwand und Nutzen geordnet, schnelle Erfolge zuerst.
- Umsetzung. In kleinen Schritten bauen, schulen und an das Team übergeben. Werkzeuge docken an das bestehende System an, statt es zu ersetzen.
Wer dahintersteht
Zwei Seiten, die zusammengehören: der Betrieb und die Technik.
Aladin Bisevac kennt Logistikbetriebe von der Rampe bis ins Büro, Sercan Kahraman baut die Software.

Aladin Bisevac
Mitgründer, Logistikmeister (IHK). Seit 2008 in der Logistik: vom Gruppenleiter über Lagerleitstand, Vertrieb von Logistikleistungen und Bereichsleitung bis zum Betriebsleiter und Geschäftsführer einer Spedition.
- Schwerpunkte: Prozessoptimierung nach Lean und KVP, Standort- und Mitarbeiterführung, Ausschreibungen.

Sercan Kahraman
Mitgründer, Diplom-Logistiker (TU Dortmund). Leitete am Institut für Distributions- und Handelslogistik des VVL e. V. in Dortmund ein bundesgefördertes Forschungsprojekt zu Lkw-Wartezeiten an Laderampen.
Custom Tooling
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